Überblick über bekannteste Wodka-Marken

Skyy Wodka

Eigentümer: Campari America
Produktion: San Francisco, USA

Als dem Amerikaner Maurice Kanbar sein Martini nicht schmeckte, da der Wodka, der als Basis diente, eine ausgeprägte Alkoholnote hatte, entwickelte er eine eigene Sorte. Bis heute dient als Rohstoff bester amerikanischer Weizen und Dank eines innovativen temperaturgesteuertem Brennverfahren, gelang es Fuselöle und Aldehyde vom Ethanol sauber zu trennen. Nach einer anschließenden dreifachen Filterung blieb ein reiner klarer Alkohol. So entstand im Jahr 1992 ein ausgezeichneter Wodka in den USA.

Auffällig ist die 1993 eingeführte kobaltblaue Flasche mit minimalistischem Design. In Silberschrift sind lediglich Marke, Hersteller und Alkoholgehalt vermerkt. So hebt sich der Wodka aus dem Haus Campari America, das zur italienischen Gruppo Campari gehört, bereits optisch aus der Masse der Spirituosen hervor. Sein Geschmack ist, wie der Erfinder ihn sich wünschte, weich und rund. Eine leichte Koriander- und Anisnote und ein dezenter pfeffriger Abgang machen ihn zu einem beliebten Wodka. In den USA bietet das Unternehmen zahlreiche aromatisierte Sorten an, in Deutschland sind lediglich neben dem reinen Wodka die Varianten Citrus, Passion Fruit und Raspberry erhältlich.

Smirnoff

Eigentümer: Diageo, London, Groß-Britannien
Produktion: weltweit

Vom zaristischen Russland über Frankreich in die USA lässt sich die Geschichte, der vermutlich weltweit meist verkauften Spirituose, verfolgen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gelang es Pjotr Arsenjewitsch Smirnow im 21. Versuch einen reinen klaren Wodka zu brennen. Als erste Brennerei der Welt verwendete er Holzkohle zum Filtern außerdem nahm er ausschließlich Getreide als Rohstoff und verzichtete auf andere Stärkelieferanten wie Kartoffeln und Rüben. Dank des guten Geschmacks seines Brandes wurde Smirnow zum Hoflieferanten des Zarenhofs. Nach seinem Tod übernahmen seine 5 Söhne die Destillerie und verwendeten weiter die Rezeptur für Smirnow 21. Aufgrund diverser Streitigkeiten blieb nur Wladimir Smirnow als Leiter des Unternehmens, das nach der Oktoberrevolution verstaatlicht wurde. Über die Türkei wanderte er nach Frankreich aus. Dort änderte er den Namen in Smirnoff und begann ab 1928 in Nizza verschiedene Spirituosen zu brennen. Der Erfolg blieb aus und Wladimir stand kurz vor dem Ruin als er 1933 in die USA auswanderte.

Er hoffte auf gute Geschäfte, da gerade das Alkoholverbot aufgehoben wurde. Aber auch dort gelang es ihm nicht Fuß zu fassen, also verkaufte den Namen und sein umfangreiches Wissen über Wodka an den russischstämmigen Rudolph Kunett. Der US-Bürger lenkte damals das bekannte Kosmetikunternehmen Helene Rubinstein.

Der neue Inhaber der Namensrechte gründete die Smirnoff-Destillerie in Connecticut. Die, in den Augen der US-Bürger, kommunistische Spirituose konnte sich nicht auf dem Markt etablieren und so ging die Marke an den Getränkekonzern Heubner über. Dieser sorgte dafür, dass der Wodka als „weißer Whisky“ ein amerikanisches Image bekam. Er nutze auch den damals aufkommenden Cocktailboom um Wodka als geschmacksneutrale Basiszutat einzuführen. Der zum Smirnoff entwickelte Cocktail Moscow trug zum Erfolg des Wodkas an.

Smirnoff No. 21 eroberte nicht nur die USA, sondern auch rasch die Welt. Besonders als der weltweit agierende Konzern Diageo die Marke übernahm, war der Siegerzug nicht mehr aufzuhalten. Heute entsteht der Wodka in verschiedenen Destillerien in der ganzen Welt, aber immer noch nach der alten Rezeptur.

Der Klassiker Smirnoff No. 21, wegen des Etiketts auch Red Label genannt, hat 37,5 Volumenprozent Alkohol. Black Label (No.55) hat 40 Prozent und Blue Label (No. 57) ist mit 50 Prozent der alkoholhaltigste Wodka der Welt. Die Destillerie bietet auch zahlreiche aromatisierte Sorten an, die sich am Geschmack der jeweiligen Region orientieren und fertige Mischgetränke.

Moskovskaya

Eigentümer: SPI Group – Simex Vertrieb GmbH & Co KG
Produktion: Talvis-Destillerie, Tambow, Russland

Das „Moskauer Wässerchen“, nichts anderes bedeutet Moskovskaya, ist in Deutschland die bekannteste Wodka-Marke. Dies liegt unter anderem am markanten Schriftzug, aber mit Sicherheit an der Tatsache, dass er die erste Vodkamarke war, die in in Deutschland 1967 eingetragen wurde. Er ist einer der wenigen Wodkas, welche die russischen Reinheitskriterien übererfüllt. Diese gehen auf das vom Zar 1894 angeregte Komitee aus Wissenschaftlern zurück, dem auch der bekannte Wissenschaftlern Dmitri Iwanowitsch Mendelejew angehörte. Bereits in diesem Jahr entstand der Moskovskaya Osobaya (Moskauer Spezial), der nach den neuen Regeln gebrannt wurde. Daran hat sich bis heute nichts geändert, die Kriterien wurden sogar noch verschärft.

Kenner betrachten den Moskovykaya als Prototyp des Wodkas. Die Destillerie bringt ausschließlich naturreinen Weizen zur Gärung und brennt daraus einen Alkohol, welcher reiner ist, als die russische LUX-Kategorie verlangt. Das Wasser aus einem artesischen Brunnen durchläuft mehrere natürliche Filterstufen. Im letzten Schritt wird der Wodka noch mikrofein „poliert“. Dies bringt die unverwechselbare Ausgewogenheit zwischen Reinheit und Geschmack.

Parliament

Produktion: Urozhay-Destillerie, Moskau, Russland

Tradition und Zeit sind der Schlüssel zu einem guten Wodka, diese Maxime gilt für Parliament in besonderem Maße. Das Rezept geht auf die Zarenzeit zurück und nach der Gründung der Brennerei ließen sich die Betreiber zehn Jahre Zeit mit der Markteinführung ihres Wodkas. Sie feilten mit Ruhe und Bedacht an der Produktion – mit Erfolg. Der Wodka gehört heute ein Russland zu den beliebtesten Marken und auch in Deutschland schätzen ihn immer mehr Konsumenten.

Zur Reinigung geben die Brenner Milch in den Wodka, die in dem Destillat gerinnt. Dabei bindet sie Mikropartikel, die sich zusammen mit den Rückständen der Milch abschöpfen lassen. Erst anschließend erfolgt die Filterung, um eine maximale Reinheit zu erreichen.

Nur hochwertiger Weizen aus Russlands Kornkammern dient als Rohstoff. Dieser bringt die Geschmacksnote von frisch gebackenem Brot in das Wässerchen. In 270 Meter Tiefe liegt das Wasser der hauseigenen Quelle, das nach fünffacher Filterung und Anreicherung mit ausgewählten Mineralien und Salzen, den Wodka auf Trinkstärke bringt.

Ein leicht süßliche Bouquet mit zarter Getreidenote sowie ein milder reiner Geschmack kennzeichnet den Parliament. Im Abgang zeigt sich sein wärmender Charakter. Die Vodkasorte schmeckt pur eisgekühlt am Besten, ist aber auch eine gute Basis für Cocktails.

Kauffmann

Eigentümer: Whitehall Group
Produktion: Kauffmann, Moskau, Russland

Die Vodkamarke ist eine der jüngsten, denn sie kam erst zu Beginn des Jahrtausends auf den Markt. Aber sie hat sich bereits einen Platz in der Spitzengruppe der internationalen Vodkaspezialitäten erobert. In Deutschland ist die Brennerei mit 4 Selected Varianten vertreten. „Soft“ ist mit Ginseng und Honig-Aromen versehen und hat eine samtig-weiche Textur sowie einen langen Abgang mit Honignote. „Hard“ ist mit Pantokrin, einem russischen Heilmittel aus Hirschhorn, veredelt. Dieses gilt als Aphrodisiakum und Verjüngungsmittel. Es verleiht dem Wodka ein Klee-Minze-Aroma mit dezenter Pfeffernote, die sich im Nachklang bemerkbar macht.

Die beiden Vintage-Varianten („Special Selected“ und „Private Collection Luxury“), die der Gründer der Marke Dr. Mark Kauffmann, ins Leben rief, sind weltweit die ersten JahrgangsVodkas. Nur in allerbesten Erntejahren verwendet die Destillerie hochwertigen Weizen aus einer Ernte um diese Spezialitäten zu brennen. Die „Vintages“ kommen aus diesem Grund in einer streng limitierten Auflage auf den Markt. Diese Wodkas sind selten und schwer zu bekommen, aber es lohnt die Mühe auf sich zu nehmen. Dank der hohen Qualitätsansprüche und des aufwendigen Destillationsprozesses, genügen diese Brände auch den exklusivsten Geschmacksanforderungen.